Marktanteil von WordPress und TYPO3 ist kein Qualitätskriterium

WordPress ist 2023 mit einem Marktanteil von – je nach Studie – ca. 65 Prozent das mit Abstand beliebteste CMS weltweit. Doch die weite Verbreitung allein ist kein Qualitätskriterium. WordPress wird sehr häufig auch von Vereinen, für private Websites oder für Blogs eingesetzt, was die Verbreitungszahlen in die Höhe treibt. Wie viele Anwender wirklich mit dem System zufrieden sind oder wie viele Nutzer sich unnötig das Leben mit WordPress schwer machen, dokumentieren diese Zahlen und Studien nicht.

Für viele Einsatzgebiete und ganz besonders für Unternehmenswebseiten oder größere Webprojekte sind CMS wie TYPO3 die bessere Alternative und dem vermeintlichen Primus WordPress vorzuziehen. Obwohl TYPO3 weltweit einem verschwindend geringen Marktanteil von ca. 0,5 bis 1 Prozent besetzt und nicht zu den Top 10 der am weitesten verbreiteten CMS gehört, ist es doch besonders im deutschsprachigen Raum ausgesprochen beliebt und sehr verbreitet. Dafür gibt es handfeste Gründe und für uns den perfekten Anlass, beiden CMS etwas genauer „unter die Haube“ zu schauen.

Erweiterbarkeit des CMS ist eine Enterprise-Anforderung

Für mittlere und große Unternehmen muss ein CMS sehr individuell an die jeweiligen Bedürfnisse anpassbar sein. Die offene Software-Architektur von TYPO3 ermöglicht beispielsweise die Einbindung anspruchsvoller Drittsysteme. TYPO3 eignet sich gut für die Verarbeitung großer Datenmengen, ist sehr sicher, hochgradig skalier- und erweiterbar.

Erweiterungen für die Systeme heißen übrigens bei WordPress „Plug-ins“ und bei TYPO3 „Extensions“.

Für WordPress gibt es, um das CMS zu individualisieren und zu erweitern eine riesige Anzahl kostenloser und kostenpflichtiger Plug-ins. Kleine Firmen finden kostenlose Lösungen zu diversen Anforderungen, mittlere und große Unternehmen können den größeren Funktionsumfang kostenpflichtiger Pro-Versionen nutzen.
In puncto Erweiterbarkeit für individuelle Lösungen hat TYPO3 allerdings die Nase vorn – und das nicht nur, weil es einfach ein sicheres System ist. Der inflationäre Einsatz von Plug-ins in WordPress-Systemen lockt häufig Hacker an, die diese Angriffsoptionen gerne nutzen.

Bevor wir uns die Features von TYPO3 und WordPress genauer ansehen, hier die wichtigsten Fakten zu den CMS. Wer sich eine Entscheidung leicht machen möchte und wichtige Argument sucht, kann abkürzen und sich direkt den Themen „Sicherheit“ sowie „Stabilität und Performance“ zuwenden.

Warum Open Source CMS?

Bei TYPO3 und bei WordPress handelt es sich um sogenannte Open-Source-CMS. Bei Open-Source-Systemen ist der Quellcode offen einsehbar. Bei beiden Content-Management-Systemen arbeiten große Entwickler-Communities kontinuierlich an der Weiterentwicklung und Optimierung der Software. 

Für Anwender bietet der Open-Source-Ansatz den Vorteil, dass TYPO3 und WordPress in der Basisversion lizenzkostenfrei verwendbar ist und Systemkosten nur für den Kauf von Erweiterungen anfallen. Weil die Basis- und Standard-Installation von WordPress dazu extrem einfach ist, ist das CMS besonders bei privaten Bloggern und Gründern mit geringem Budget beliebt.

Kurz und knapp: Wichtige Infos zu WordPress 

WordPress ist 2003 als kostenlose und einfache Blogsoftware gestartet. Mittlerweile hat sich der Funktionsumfang, vor allem durch die unüberschaubar große Zahl an Plug-ins, erheblich erweitert. Heute ist WordPress als vollwertiges CMS einsetzbar.

Noch immer nutzen viele Blogger WordPress, das System ist allerdings längst auch bei Unternehmen im Einsatz. Webshop-Betreiber, Nachrichtenportale und internationale Konzerne entscheiden sich mittlerweile für das vermeintlich intuitiv zu bedienende CMS. 

Kurz und knapp: Wichtige Infos zu TYPO3 

Eine erste Version von TYPO3 veröffentlichte die Non-Profit Organisation TYPO3 Association bereits im Jahr 2000. Im Gegensatz zu WordPress wurde TYPO3 ursprünglich allerdings nicht als reine Blogsoftware konzipiert, sondern von Beginn an als Enterprise-CMS entwickelt. Das macht sich bemerkbar und wirkt bis heute nach.

2012 spaltete sich eine Gruppe aus der TYPO3-Community ab, die mit „TYPO3 Neos“ ein neues CMS auf Basis von TYPO3 entwickelte. Das ursprüngliche CMS wurde darufhin in „TYPO3 CMS“ umbenannt. Wirklich durchgesetzt haben sich die Namen jedoch nicht, es ist meist weiter nur von „TYPO3“ oder von „Neos“ die Rede.

WordPress vs. TYPO3: Wo liegen die Unterschiede?

Wir sind als Digitalagentur natürlich täglich im Austausch mit Unternehmern und Entwicklern, also ganz nah dran am Thema. Fragt man nach, warum TYPO3 oder WordPress favorisiert wird, erhältlich man erstaunlich ähnliche Antworten.

Häufig sind niedrige Kosten, die hohe Flexibilität durch Open Source, die einfache Bedienbarkeit und die professionellen Ergebnisse in Funktionalität und Design ausschlaggebende Kriterien für die Auswahl des Systems.

Kaum zu glauben, dass es anscheinend keine Rolle spielt, welches CMS ein Unternehmen einsetzt? Obwohl sich mit beiden CMS ähnliche Ergebnisse realisieren lassen, macht es einen doch einen erheblichen Unterschied, ob ein Unternehmen TYPO3 oder WordPress einsetzt. Denn nicht jede Anforderung ist mit jedem System einfach und damit kostengünstig umsetzbar. Zudem haben die Systeme natürlich diversen Stärken und auch Schwächen, die man kennen und im Einzelfall gegen die Vorteile abwägen sollte

Die Einfachheit der WordPress-Installation ist natürlich weithin bekannt. Viele Hosting-Dienstleister bieten Kunden sogar eine 1-Klick-Installation an. So kann man sich nach wenigen Minuten über das WordPress-Backend der Website einloggen, ohne sich mit FTP und Datei-Uploads zu befassen.
Die Installation von TYPO3 ist vergleichsweise aufwendiger und kommt an die „Standard-Komfort-Installation“ von WordPress nicht heran. Grundlegende Programmierkenntnisse sind absolut notwendig, um TYPO3 sicher zu installieren.

Für die grafische Gestaltung stehen in beiden CMS Vorlagen zur Verfügung, sogenannte Themes und Templates. Diese kann man nutzen, wenn man keine individuellen Webdesigns umsetzen möchte. Unsere Erfahrung zeigt allerdings, dass man schon aus Sicherheitsgründen besser auf fertige Templates verzichtet.
Bei WordPress haben Nutzer die Auswahl aus Tausenden von kostenlosen und kostenpflichtigen Themes, die ohne Programmierkenntnisse konfiguriert werden können.

TYPO3 bietet ebenfalls kostenlose und kostenpflichtige Templates, um die Gestaltung der Websites zu vereinfachen. Die Auswahl bei TYPO3 ist allerdings deutlich kleiner als die bei WordPress, dennoch absolut ausreichend. Wer möchte schon Monate seines Lebens mit der Auswahl des „schönsten Designs“ verbringen. Vor allem auch noch dann, wenn man darauf achten muss, wie man Informationen strukturiert drain unterbringt und eine gute Usability erhält.

Die wenigsten Nutzer, die Websites regelmäßig pflegen, verfügen über tiefergehende Programmierkenntnisse. Oft hört man, für Laien sei WordPress einfacher zu bedienen als TYPO3. Wir finden, das ist Geschmackssache und hängt von der individuellen IT-Erfahrung der Nutzer ab. In den neueren Versionen hat sich die Benutzerfreundlichkeit von TYPO3 klar verbessert, das Backend wirkt sehr aufgeräumt.

Der grafische Editor von WordPress bietet alle Möglichkeiten, Beiträge und Seiten ansprechend zu gestalten, ohne eine Zeile CSS oder HTML zu schreiben. „Selbsterklärend“ liest man häufig über den Editor von WordPress. Auch das ist sicher Erfahrungssache.

Bei TYPO3 gibt es ebenfalls einen grafischen Editor, dieser erfordert allerdings etwas mehr Einarbeitung. Wenn größere grafische Änderungen vorgenommen werden sollen, muss man bei TYPO3 schon auch einmal auf Code-Ebene arbeiten. Das kann gerade in Unternehmen ohne IT-Abteilung zu Engstellen führen. Unsere Erfahrung zeigt allerdings, dass geschulte Redaktionsteams in Zusammenarbeit mit unseren Entwicklern effizient mit TYPO3 arbeiten können. 

Welcher Benutzer darf welche Änderungen an Websites vornehmen? Je größer das Unternehmen, desto größer wird oft das Redaktionsteam. Und umso wichtiger werden solche Fragen. TYPO3 als originäres Business-CMS liegt hier klar vor WordPress und ist die absolute Empfehlung.

In TYPO3 lässt sich eine detaillierte Rechteverwaltung realisieren. Sehr einfach und übersichtlich werden Lese- und Schreibrechte gesondert und punktgenau vergeben, für Datensätze, Module oder Ordner. Auch mehrsprachige Websites lassen sich so bequem pflegen.

Bei WordPress kann zwar auch eine Benutzerverwaltung angelegt werden, doch ist sie im Standard längst nicht so ausgefeilt und erreicht mit angepassten Erweiterungen der Installation nicht den hohen Sicherheitsstandard von TYPO3.

Die Routine-Wartung kann bei WordPress-Systemen von geschulten Mitarbeitern, die kein tieferes IT-Know-how mitbringen müssen, ausgeführt werden.
Bei TYPO3 braucht es hierfür Anwendungsexperten in einer auf TYPO3 spezialisierten Digitalagentur.

Für beide CMS werden regelmäßig Updates und Upgrades veröffentlicht. Bei WordPress sind Updates kostenfrei und lassen sich mit einem Klick meist bequem ausführen. Bei TYPO3 sind Updates und Upgrades von Long Term Support-Versionen (LTS) erstmal kostenfrei, erfordern allerding mitunter nicht geringe Aufwände bei einem Dienstleister, der diese umsetzt. Extended-Support für LTS-Versionen ist immer kostenpflichtig auf Herstellerseite. Das kann man allerdings umgehen, wenn man regelmäßig das System aktuell hält und auch Versionssprünge in den LTS-Versionen regelmäßig mitgeht. Ein hohes Sicherheitsniveau bleibt so gewährleistet und man profitiert frühzeitig von technischen Innovationen.

Insgesamt ist die Wartung bei TYPO3 im Vergleich zu WordPress zeitaufwendiger und damit auch kostenintensiver, denn in den meisten Fällen kommen externe Dienstleister zum Einsatz. Eine eigene IT-Abteilung, die die Updates erledigt und für einen hohen Sicherheitsstandard sorgt, bekommt man allerdings auch nicht umsonst.

TYPO3 wurde für mehrsprachige Websites konzipiert. Sie lassen sich einfach und übersichtlich aufsetzen und verwalten. Eine hervorragende Usability treibt Redakteuren ein Lächeln ins Gesicht.

Mittlerweile lässt sich Mehrsprachigkeit auch bei WordPress abbilden. Hier ist allerdings wieder ein Plug-in erforderlich und die Usability kann nicht mit der von TYPO3 mithalten.

TYPO3 gilt als das sicherste CMS am Markt. Alle Unternehmen, die Entscheidungen zu einem CMS treffen müssen, sollten mittlerweile eine hohe Sicherheitssensibilität mitbringen. Hier ist TYPO3 absolut das bessere Content-Management-System und geht soweit in Führung, dass wir eigentlich schon jetzt einen Sieger dieses Vergleiches küren könnten. Zumal sich die Sicherheitslage in den nächsten Jahren vermutlich weiter verschärfen wird.

WordPress ist allein wegen seiner um ein Vielfaches höheren Verbreitung beliebter bei Hackern. Das Risiko, Opfer eines Angriffs zu werden, ist bei TYPO3 also schon von Haus aus geringer.

In der Vergangenheit galt Sicherheit als Achillesferse von WordPress, auch weil häufig die Vielzahl der in Systemen installierten Plug-ins unüberschaubare Risiken erzeugt hat. Viele Agenturen, die heute noch auf der „Preiswert-Schiene“ unterwegs sind, nutzen eben sehr oft auch kostenfreie, nicht sichere Plug-ins, um den Funktionsumfang einer Website aufzublasen. Wir haben schon Unternehmen vor ihren eigenen Websites gerettet, in denen eine mittlere zweistellige Zahl an ungenutzten, nicht bekannten und nicht aktualisierten Plug-ins verbaut war. Da freut sich der Hacker und hat leichtes Spiel.

In den letzten Jahren wurde in diesem Bereich bei WordPress nachgebessert. Anwender, die sich an die üblichen Sicherheitsvorkehrungen halten, erreichen auch mit WordPress ein gutes Sicherheitsniveau. Das bedeutet allerdings, das man fast tägliche - mindestens aber sehr regelmäßig - System-Updates installiert, ale Plug-ins aktualisiert, sichere Passwörter verwenden und diese oft wechselt. Den Standard von TYPO3 wird man allerdings nur schwer erreichen.

Bei WordPress wie auch bei TYPO3 sorgen aktive Entwicklercommunities im Hintergrund dafür, dass Sicherheitslücken nach ihrer Entdeckung schnellstmöglich geschlossen werden und Updates für die Systeme zur Verfügung stehen.

Mit WordPress benötigen Unternehmen in der Regel viele Erweiterungen, damit alle gewünschten Funktionen abgebildet werden können. Das Vorgehen ist bequem, schafft allerdings Probleme: Mit jedem weiteren installierten Plug-in leidet auch die Performance der Seite. Im schlimmsten Fall wird die Seite nicht nur langsam, sondern es drohen Fehlermeldungen und Abstürze, weil die verschiedenen Plug-ins untereinander nicht kompatibel sind.

TYPO3 bringt deutlich mehr Funktionalität im Standard mit. Unternehmen benötigen in der Regel keine oder nur wenige Plug-ins. Damit sind Fehlerquellen minimiert und die Performance wird nicht belastet.

WordPress bietet seit Jahren verschiedene Plug-ins zur Suchmaschinenoptimierung, die sehr gute Ergebnisse liefern. TYPO3 kann mittlerweile mit vergleichbaren Tools aufwarten.

Suchmaschinenoptimierung ist mit TYPO3 auf einem professionellen Niveau möglich. In der Gesamtschau hat das CMS – besonders in der Anwendbarkeit für „SEO-Amateure“ -Nachholbedarf. Ergänzen muss man allerdings auch, dass mit „amateurhafter SEO“ heute „kein Hering mehr vom Teller zu ziehen ist“, was den SEO-Nutzwert relativiert. Hier werden mit zunehmendem Einsatz von KI sicher große Veränderungen anstehen. 

Sowohl bei TYPO3 als auch bei WordPress können sich Anwender mit Fragen und Problemen unkompliziert über ein Forum an die Online-Community wenden oder Antworten selbst in der umfangreichen Dokumentation zum CMS recherchieren.

Für beide CMS gibt es diverse Agenturen und Freelancer, die Nutzer von der Installation über die Konfiguration bis zur Wartung begleiten. 

Die Zahl der WordPress-Agenturen ist allerdings um ein Vielfaches höher. Aufgrund der hohen Konkurrenz haben Unternehmen gute Chancen, kompetente und günstige Dienstleister zu finden. Wobei „kompetent“ und „günstig“ nur sehr selten anheim gehen. Da funktioniert eine Agentur ganz wie „das richtige Leben“.
Bei TYPO3 ist die Auswahl an Dienstleistern geringer, das Preisniveau aufgrund der selteneren Expertise insgesamt vielleicht etwas höher. Dafür bringen Agenturen, die auf TYPO3 spezialisiert sind, gerne auch Zertifizierungen, einen hohen Qualitätsstandard sowie Erfahrung in größeren Projekten mit, was wiederum auf das neue Projekt einzahlt.

Unternehmen, die sich für TYPO3 entscheiden, müssen sich auf höhere Gesamtkosten einstellen, sei es für einen externe Partneragentur oder für qualifizierte IT-Mitarbeiter. An vielen Stellen lässt sich in der Konfiguration von TYPO3 nicht ganz auf Entwicklerknowhow verzichten. TYPO3 verwendet, anders als WordPress, seine eigene Programmiersprache. Gut geschulte Mitarbeiter in der Redaktion arbeiten allerdings erfahrungsgemäß sehr effizient mit dem System.

WordPress braucht weniger Eingriffe in den Code. Technik-Laien können es weitgehend selbstständig installieren, einrichten und warten. Aber wer lässt schon gerne seine Unternehmens-Präsenz im Web von Technik-Laien betreuen? Wird für umfangreichere Anpassungen Programmierhilfe benötigt, lassen sich tendenziell leichter „günstige“ Dienstleister finden. Unternehmen mit eigener IT-Abteilung können vielfach auf vorhandenes WordPress-Know-how ihrer Mitarbeiter zurückgreifen.